Trennen lässt sich lernen – ein Bericht aus der Praxis

Die Psychologie-Studentin Wenke Breer hat das Führungskräfte-Seminar „Trennen tut weh – Veränderungs- und Trennungsgespräche im Job“ der Oldenburger Unternehmensberatung GS Consult begleitet. Lesen Sie hier ihren Erfahrungsbericht.

„Herr Schmidt, ich muss Ihnen leider mitteilen, dass wir Sie entlassen müssen“: Einem Mitarbeiter eine derartige Nachricht zu überbringen, sorgt selbst in einer Übungssituation zunächst für Unbehagen. Nicht verwunderlich ist es also, dass den zehn Teilnehmern des Führungskräfte-Seminars „Trennen tut weh – Veränderungs- und Trennungsgespräche im Job“ der Oldenburger Unternehmensberatung GS Consult zu Beginn eine gewisse Anspannung anzumerken ist.

„Wie bringe ich meinen Mitarbeitern unangenehme Nachrichten bei?“

Als Praktikantin nehme ich selber völlig erwartungslos an diesem Seminar teil. Nur mit dem groben Ablauf vertraut, sitze ich nun zusammen mit den eigentlichen Teilnehmern in einem großen Konferenzraum. Es ist erst mein zweiter Tag im Unternehmen und ich warte gespannt, womit es losgehen wird. Das Thema ist klar formuliert: „Wie bringe ich meinen Mitarbeitern unangenehme Nachrichten bei?“ Veränderungen sind schwierig, vor allem wenn sie negativer Art sind. In der Position zu sein, anderen Menschen derartige Nachrichten – wenn nicht sogar eine Kündigung – beizubringen, ist eine Aufgabe, mit der niemand gerne konfrontiert wird. Menschen sind Gewohnheitstiere; Veränderungen werden ungern, beziehungsweise manchmal auch gar nicht angenommen. Genau hier setzt das Seminar an, wie der Dozent Andreas Schlitter betont.

Großer Respekt vor Trennungsgesprächen

Kommunikationstechniken und Führungsqualitäten wollen gelernt sein. Obwohl die zehn Personen, die mit mir am Tisch sitzen, alle schon Erfahrung in Führungspositionen haben, sind manche ähnlich ahnungslos wie ich. Ausnahmslos ist jedoch der Widerwille, mit dem die Teilnehmer diese schwierigen Gespräche betrachten und wie ungern jeder von ihnen sie führt. Doch die anstehende Aussprache aufzuschieben, ist keine Lösung. Das schafft auch bei erfahrenen Führungskräften Unbehagen und eine unangenehme Arbeitsatmosphäre, wird herausgestellt.

Rollenspiele sorgen für Souveränität

Der Austausch der Seminarteilnehmer bestätigt diese Aussage. Fast alle steckten bereits in Situationen, die bei ihnen für Kopfzerbrechen sorgten oder denen sie sich nicht gewachsen fühlten. Genau hier setzen die praktischen Übungen im Seminar an. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, insbesondere was den Beginn eines Trennungsgesprächs betrifft, wird die Gruppe im Umgang mit verschiedenen Situationen immer sicherer. Die allgemein wenig geliebten Rollenspiele zeigen ihre positive Wirkung. Die Teilnehmer stellen sich der unangenehmen Thematik und kommunizieren in den Übungsgesprächen die Kernbotschaft der Trennung oder Veränderung souverän.

Professionelle Vorbereitung zahlt sich aus

Das Fazit nach zwei Tagen intensiven Trainings: Trennungsgespräche werden immer zu den unangenehmsten Aufgaben einer Führungskraft gehören, aber mit einer guten Vorbereitung lässt sich diese Herausforderung zum Vorteil aller Beteiligten professionell meistern.